<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?><!-- generator=Zoho Sites --><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><channel><atom:link href="https://www.reformleben.de/blogs/tag/entzündungshemmend/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><title>reformleben - Zurück zu natürlicher Gesundheit - Blog #entzündungshemmend</title><description>reformleben - Zurück zu natürlicher Gesundheit - Blog #entzündungshemmend</description><link>https://www.reformleben.de/blogs/tag/entzündungshemmend</link><lastBuildDate>Mon, 13 Apr 2026 03:34:49 +0200</lastBuildDate><generator>http://zoho.com/sites/</generator><item><title><![CDATA[Salbei: Ein Kraut - viele Wirkungen]]></title><link>https://www.reformleben.de/blogs/post/salbei</link><description><![CDATA[Es gibt etwa 900 Arten der Gattung Salvia. In Reformhäusern werden Produkte aus dem ›Echten Salbei‹ (Salvia offi cinalis) angeboten, der auch Gartensa ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="zpcontent-container blogpost-container "><div data-element-id="elm_BPrnjnR1Skmt7ypmgM1h8A" data-element-type="section" class="zpsection "><style type="text/css"></style><div class="zpcontainer-fluid zpcontainer"><div data-element-id="elm_VirODZKDRDiIL5NNfoVB5w" data-element-type="row" class="zprow zprow-container zpalign-items- zpjustify-content- " data-equal-column=""><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_Wcsr-50TQG-9-x5obrAbGw" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- "><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_IGkvlfNqQhqXnba5HbZQUg" data-element-type="text" class="zpelement zpelem-text "><style></style><div class="zptext zptext-align-left " data-editor="true"><div><p><strong>Es gibt etwa 900 Arten der Gattung Salvia. In Reformhäusern werden Produkte aus dem ›Echten Salbei‹ (Salvia offi cinalis) angeboten, der auch Gartensalbei, Küchensalbei oder Heilsalbei genannt wird. </strong></p><p>Der Name ›Salvia‹ leitet sich vom Lateinischen ›salvare‹ ab und bedeutet heilen. Bereits in der Enzyklopädie Naturalis historia (Naturgeschichte) des römischen Gelehrten Gaius Plinius Secundus (23/24–79) und in der materia medica des griechischen Arztes Pedanios Dioskurides (um 1. Jh.) wird Salbei namentlich als harntreibendes und blutstillendes Mittel erwähnt, das das Haar schwarz färbe und das als Abkochung das Jucken an den Genitalien mildere. </p><p>Der Mediziner Leonhard Fuchs (1501–1566) berichtete in seinem Kräuterbuch von 1543 Weiteres über die mittelalterliche Anwendung des Salbeis: So zeigt Salbei nach Fuchs heilende Kräfte bei Wunden oder Bissen von giftigen Tieren, wirkt menstruationsfördernd und hustenstillend. Auch soll er die Rote Ruhr (Dysenterie/ bakterielle Enteritis) heilen. </p><p>Er bestätigt die bei Plinius und Dioskurides genannten Wirkungen. Heute ist nachgewiesen, dass Salbei entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, adstringierend, krampflösend und schweißhemmend wirkt. Salbeizubereitungen werden deswegen bei Entzündungen am Zahnfleisch bzw. im Mund oder Rachen, bei hoher Schweißabsonderung oder Verdauungsbeschwerden angewendet. </p><p>Allerdings enthält Salbei ätherisches Öl mit einem hohen Thujon-Anteil, das Fehlgeburten auslösen kann. Schwangere sollten Salbei daher vorsichtshalber nicht zu sich nehmen, weder als ätherisches Öl, Extrakt, Tee, Lutschbonbon oder Zutat zu Speisen. Wird Salbei über einen sehr langen Zeitraum konsumiert, kann er zudem toxisch wirken und Hitzewallungen, Krämpfe oder Schwindel auslösen.</p></div></div>
</div></div><div data-element-id="elm_RYmmcXnHWbN9_NTrj8UJhg" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- zpdefault-section zpdefault-section-bg "><style type="text/css"></style></div>
</div></div></div></div> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 01 Sep 2016 00:00:11 +0200</pubDate></item><item><title><![CDATA[Birkenblätter - Betulae folium]]></title><link>https://www.reformleben.de/blogs/post/birkenblaetter-betulae-folium</link><description><![CDATA[»Die Birke gilt als Baum des Lebens, der Fruchtbarkeit sowie der Weisheit und steht für den Anfang bzw. Neubeginn. « Als Sinnbild des Frühlings und der wi ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="zpcontent-container blogpost-container "><div data-element-id="elm_JYr0VbdaQIaHkksL-Ct-Hw" data-element-type="section" class="zpsection "><style type="text/css"></style><div class="zpcontainer-fluid zpcontainer"><div data-element-id="elm_C3T-7TF_SIix7g6KXDSIsw" data-element-type="row" class="zprow zprow-container zpalign-items- zpjustify-content- " data-equal-column=""><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_nZgEU6RJRiyOKyaDaNwlgw" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- "><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm__rN8m1thSFihTSNxNGt-Fw" data-element-type="text" class="zpelement zpelem-text "><style></style><div class="zptext zptext-align-left " data-editor="true"><div><blockquote class="wp-block-quote"><p class="has-text-align-center"><em>»Die Birke gilt als Baum des Lebens, der<br/>Fruchtbarkeit sowie der Weisheit und<br/>steht für den Anfang bzw. Neubeginn.</em><em>«</em></p></blockquote><p><strong>Als Sinnbild des Frühlings und der wiedererwachenden Natur läutet sie das landwirtschaftliche Jahr ein. Beim Mai-Baum, der in Mittel- und Nordeuropa am 1. Mai oder am Vorabend zum Dorffest aufgestellt wird und um den junge Leute tanzen, handelt es sich je nach Region um eine geschmückte Birke. </strong></p><h2>Baum des Schutzes</h2><p>Sie steht aber auch für den Beginn einer neuen Liebe und so sollen verliebte junge Männer zur Maienzeit bereits in vorchristlichen Zeiten grüne Birkenzweige bzw. kleine geschmückte Birkenbäume vor das Haus der Angebeteten platziert haben. Zu Ehren der Liebesgöttin Freya, begrub man früher sogar den Mutterkuchen nach der Geburt eines Kindes als Dankesopfer unter einer Birke und darüber hinaus sollte die Wiege des Neugeborenen aus Birkenholz geschnitzt worden sein. Die Birke gilt jedoch auch als Baum des Schutzes. </p><p>Besonders im ländlichen Raum pflanzte man Birken nämlich als Straßenmarkierungen zum Unfallschutz an wenig beleuchteten und stark befahrenen Straßen, da die helle Rinde der Birken bei Dunkelheit gut sichtbar ist.&nbsp;Bereits in der Steinzeit hatten Menschen die Birke genutzt, indem sie Pfeilspitzen mit Birkenteer am Schaft befestigten und Schuhe oder Behälter aus Birkenrinde – die wasserundurchlässig und damit vor Verwesung und Fäulnis geschützt ist – schnitzten, so auch der Steinzeitmensch ‘Ötzi’, der 1991 in einer Gletscherspalte in den Ötztaler Alpen gefunden worden ist und ursprünglich aus der Jungsteinzeit bzw. Kupfernsteinzeit stammte. </p><h2>Gletschermumie &quot;Ötzi&quot;</h2><p>Die Gletschermumie Ötzi trug neben einem Birkenrindenbehälter auch sogenannte Birkenporlinge bei sich; dabei handelt es sich um einen auf Birken wachsenden Pilz (Piptoporus betulinus), der nicht nur entzündungshemmende und damit wundheilende Eigenschaften, sondern als Aufguss zudem eine desinfizierende Wirkung bei Würmern aufweist. Des Weiteren fand man in seinen Taschen das Mineral Pyrit und ‘Zunder’. Der auf Birken wachsende Zunderschwamm (Fomes fomentarius) eignet sich zum Feuer machen und hatte in Kombination mit Pyrit die Funktion eines steinzeitlichen Feuerzeugs. </p><p>Später nutzten Heiler diesen Schwamm als Brennkegel in der ‘Moxibustion’ (Erwärmung von speziellen Punkten des Körpers aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und weiterentwickelt im japanischen Raum), um kleine Stückchen davon auf schmerzenden Stellen abzubrennen. Die Heilige und Universalgelehrte Hildegard von Bingen (1098 –1179) griff auf diese Methode zurück und empfahl Brennkegel aus Birkenrinde bei Rücken-, Glieder sowie Eingeweideschmerzen, um Gifte bzw. Krankheiten aus den Brandwunden auszuleiten. Diese ‘Moxa-Therapie’ wird heute noch mit Kegeln, Hütchen oder Zigarren allerdings aus Beifuß durchgeführt. </p><h2>Tabernaemontanus</h2><p>Der Botaniker und Mediziner Jacob Theodor (1522–1590), genannt Tabernaemontanus, schrieb in seinem 1588 erstmalig erschienenen Kräuterbuch ‘Neuw Kreuterbuch’ über die Heilkraft der Birke Folgendes (hier in der Fassung von 1731) : </p><blockquote class="wp-block-quote"><p>„Im Anfang des Lentzen reißt man die Rinden mit einem Messer auf / so fleußt ein süsses Wasser darauss / welches gut soll seyn / den Stein der&nbsp;Nieren und Blasen zu brechen und auszutreiben / wann man darvon trincket Gemeldtes Wasser / (so aus diesem Safft distilliert wird /) wird auch sehr gebraucht / die Flecken und Zittermähler darmit zu vertilgen / ist auch gut wider die Fäule des Mundes / (so man den Mund darmit aussschwencket / wird auch als eine gute Reinigung und Heylung der Wunden gehalten / solches thut auch das Wasser aus dem grünen Laub gebrandt. Etliche schlechte Leuth lassen diß Laub sieden in einem Wasser / und baden darinnen für die Räude.) Es haben die Alten diese weisse Rinde gar sehr an statt des Papeyrs gebraucht / und darauf geschrieben.“ </p></blockquote><p>Er kannte also nicht nur die arzneiliche Wirkung, sondern auch den Gebrauch von Birkenrinde als Papiervorläufer. Infolge Papiermangels nutzten Soldaten im Ersten Weltkrieg für das Verfassen von Feldpostkarten Birkenrinde sogar wieder als Papierersatz. </p><h2>Birkenblättertee</h2><p>Noch heute findet Birkenblättertee – neben Brennnesselkraut oder Ackerschachtelhalm – Anwendung in der Durchspülungstherapie bei Blasen- und Nierenerkrankungen, Nierensteinen und Nierengries, wobei die Wasserdiurese Resultat einer verstärkten Nierendurchblutung ist. Eine heilende Wirkung ist ferner bei Rheuma und Gicht überliefert, da entzündungshemmende Substanzen ausgeschwemmt werden können. </p><h2>Birkensaft</h2><p>Der bei Tabernaemontanus erwähnte Birkensaft wird heutzutage vor allem noch in Osteuropa mittels ‘Abzapfen’, also dem Anbohren der Rinde, im Frühjahr gewonnen und gegen Rheuma sowie Gicht angewendet. Der traditionelle Gebrauch des Birkensaftes als Haarwuchsmittel in Form von Haarwasser ist wissenschaftlich hingegen nicht bewiesen. Als Hauptinhaltsstoffe sind Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe und wenig ätherische Öle zu nennen. Das in der Birkenrinde enthaltende Betulin fördert die Wundreinigung, wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. </p><p>Es wird daher in speziellen Hautpflegeprodukten in Apotheken angeboten. Dort findet man wie auch im Reformhaus weitere Körperpflegeprodukte mit Birkenblätterextrakt (Hautöle, Haarwaschmittel etc.) sowie den innerlich anzuwendenden Birkenblättertee, Birkensaft und sogar Birkenzucker als kalorienarmer Zuckeraustauschstoff. Da die Pollen der Birke jedoch ein hochallergenes Potential aufweisen, sollen Personen mit einer Birkenpollenallergie diese Produkte jedoch meiden, ebenso – aufgrund der ausschwemmenden Wirkung – Menschen mit Herzschwäche oder Niereninsuffizienz.</p></div></div>
</div></div><div data-element-id="elm_vQaAVi_SH_3ir1vzW4RGkA" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- zpdefault-section zpdefault-section-bg "><style type="text/css"></style></div>
</div></div></div></div> ]]></content:encoded><pubDate>Sun, 01 Nov 2015 00:00:41 +0100</pubDate></item><item><title><![CDATA[Spitzwegerichkraut - Plantaginis lanceolatae herba]]></title><link>https://www.reformleben.de/blogs/post/spitzwegerichkraut</link><description><![CDATA[Die frischen Blätter des Spitzwegerichs nutzten Forschungen zu Folge vermutlich bereits die Steinzeitmenschen als Wundheilmittel, indem sie sie zu Bre ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="zpcontent-container blogpost-container "><div data-element-id="elm_q_1jBKwKQV6enOf5tc7XkQ" data-element-type="section" class="zpsection "><style type="text/css"></style><div class="zpcontainer-fluid zpcontainer"><div data-element-id="elm_2xkcPxeITOeu_LDGcintww" data-element-type="row" class="zprow zprow-container zpalign-items- zpjustify-content- " data-equal-column=""><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_F0L714q3Q7WhbkVk50glUQ" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- "><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_jdF2SYTgR1SPJ8DuMJthOQ" data-element-type="text" class="zpelement zpelem-text "><style></style><div class="zptext zptext-align-left " data-editor="true"><div><p><strong>Die frischen Blätter des Spitzwegerichs nutzten Forschungen zu Folge vermutlich bereits die Steinzeitmenschen als Wundheilmittel, indem sie sie zu Brei zerdrückten oder zerkauten und als Pflaster auf Wunden, Geschwüre oder Entzündungen legten. </strong></p><p>Heute verwendet man den frischen Saft oder eine Tinktur aus Spitzwegerich, um beispielsweise bei Insektenstichen die Schwellung und den Juckreiz zu mildern. Der Spitzwegerich beinhaltet neben Schleim- und Gerbstoffen nämlich das Iridoidglykosid Aucubin, das antibiotische, entzündungshemmende sowie reizmildernde Eigenschaften aufweist. Es wird jedoch bei unsachgemäßer Trocknung oder Aufbewahrung des Spitzwegerichs zersetzt und bleibt nur bei sorgfältiger Extraktion erhalten. Aus diesem Grund wirken die frisch zubereiteten Arzneien am besten antiobiotisch und entzündungshemmend. </p><h2>Schon zu Zeiten der Römer</h2><p>Bereits in der Naturgeschichte des römischen Gelehrten Gaius Plinius Secundus (23/24 –79) und in der Materia medica des griechischen Arztes Pedanios Dioskurides (um 1. Jh.) finden sich Wegerich-Arten als Heilpflanzen. Auch im Mittelalter wusste man um die Heilkraft dieses Krautes. Im Kräuterbuch des Leonhard Fuchs (1501–1566) von 1543 steht geschrieben: </p><blockquote class="wp-block-quote"><p>»Der safft von den blettern ist gut zu der mundfeule / so man den mundt zum offtermal im tag darmit wäscht. In die fistel gethan / heylet er dieselbigen. Er ist auch seer bequem den keichenden gegeben / und denen so den fallenden siechtagen haben. In die ohren gethan / nimpt er hinweg jhren schmertzen. In die augen gethan / leschet er die hitz derselbigen. Dienet auch wol denen so das zanfl eysch blutet / und stäts blut außspeien.« </p><cite>Kräuterbuch des Leonhard Fuchs (1501–1566) von 1543</cite></blockquote><h2>Bei entzündlichen Prozessen</h2><p>Demzufolge wendete man ihn bei entzündlichen Prozessen im Mund aber auch bei Ohren und Augenschmerzen sowie Atembeschwerden an. Sogar Epilepsie, Malaria oder Bisse von tollwütigen Hunden sollten nach dem damaligen Verständnis mit Spitzwegerich geheilt werden können. Eine Abbildung des Spitzwegerichs findet sich auf dem Isenheimer Altar. Im Auftrag des Antoniterklosters von Isenheim bemalte Matthias Grünewald (um 1470 –1528) um 1512/14 drei Schauseiten eines Altars, den man dem heiligen Antonius (um 251–356) widmete und der für die Kapelle des Antoniterhospitals gedacht war. </p><h2>Mutterkornvergiftung</h2><p>Eine Schautafel gibt eine im Mittelalter weit verbreitete Krankheit, die Mutterkornvergiftung (Ergotismus) – auch ‘Antoniusfeuer’ oder ‘Kriebelkrankheit’ genannt – wieder. Es handelt sich hierbei um eine Vergiftung durch Mutterkornalkaloide. Sie tritt auf, wenn mit Mutterkorn verunreinigtes Roggenmehl verzehrt worden ist. Im Verlauf der Erkrankung sterben zunächst die kleineren Gefäße in Händen und Füßen ab, was zu dem typischen Kribbeln führt. Es resultieren Entzündungen und im späten Stadium sterben die Extremitäten ganz ab. Zudem kommt es zu Halluzinationen, da im Mutterkorn sogenannte Lysergsäurederivate enthalten sind – eine bekannte Abwandlung davon ist die Droge LSD. </p><p>Im Mittelalter suchten Kranke oftmals Schutz und Unterkunft bei Mönchen, so auch bei den Antonitern. Dort bekamen sie nun anstelle&nbsp;von Roggenbrot Weizenbrot zu essen, das keine Wirtpflanze für Mutterkorn darstellt. Als Schutzpatron galt hier der heilige Antonius, der durch die Verteilung von Weißbrot die Kranken indirekt heilte. Die Antoniter verwendeten zur akuten Bekämpfung des ‘Antoniusfeuers’ bestimmte Heilkräuter, die Grünewald auf dem Gemälde zu den Füßen des heiligen Antonius und dem Eremiten Paulus wiedergegeben hat. Sicher identifizierbar sind der erwähnte Spitzwegerich, Breitwegerich, Eisenkraut, Kreuzenzian, drei Süßgräser sowie die Bartflechte, die im Mittelalter als Heilmittel gegen das Antoniusfeuer verwendet worden sind. </p><p>Mutterkorn wächst auch heute noch als Dauerform des Pilzes Claviceps purpurea auf Roggen, wird jedoch vor dem Mahlen der Roggenkörner mechanisch abgetrennt. Aus diesem Grund kommen Mutterkornvergiftungen heute nur noch selten vor. </p><h2>Traditionelle Verwendung</h2><p>Der Spitzwegerich wird ferner seit langem traditionell angewendet. Wendet man ihn frisch an, so soll er sogar die Selbstheilungskräfte fördern. Dazu setzt man den sogenannten ‘Erdkammer-Sirup’ an, um den Spitzwegerich zu konservieren. Frische zerrupfte Spitzwegerichblätter schichtet man im Wechsel mit Honig in einen Krug und gräbt ihn 50 cm tief in die Erde ein. Dort verbleibt er für einige Wochen bis hin zu drei Monaten. Dabei nimmt der Honig die wirksamen Substanzen auf und nach der Filtration erhält man den Sirup, der bei innerlicher Anwendung die Selbstheilung fördert. Auch Tee-Aufgüsse aus frischen Blättern zeigen diese Wirkung. Die in der Lungen- und Erkältungspflanze Spitzwegerich enthaltenen Schleimstoffe legen sich als schützender Film über die Mund- und Rachenschleimhaut, so dass lästiger Hustenreiz gestillt wird. Die Gerbstoffe der Pflanze wirken adstringierend und stabilisieren somit zusätzlich die Schleimhäute.</p><h2>Als pflanzliches Arzneimittel zugelassen</h2><p>Die Kommission E – eine selbstständige wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – hat dem Spritzwegerich eine Positiv-Monographie als Grundlage für die Zulassung von pflanzlichen Arzneimitteln erteilt. Damit ist die Wirksamkeit und Verträglichkeit der innerlichen Anwendung als Antitussivum bei akuten Infekten der oberen Atemwege oder bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut und äußerlich bei leichten entzündlichen Erkrankungen geprüft und das Kraut als traditionelles Arzneimittel zugelassen worden. Der Spitzwegerich wurde vom ‘Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde’ an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gewählt. </p><p>Das Reformhaus bietet neben dem Tee auch Spitzwegerichsaft zur Linderung von Katharren der Luftwege oder Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie diverse Formulierungen als Nahrungsergänzungsmittel.</p></div></div>
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