<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?><!-- generator=Zoho Sites --><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><channel><atom:link href="https://www.reformleben.de/blogs/tag/antibakteriell/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><title>reformleben - Zurück zu natürlicher Gesundheit - Blog #antibakteriell</title><description>reformleben - Zurück zu natürlicher Gesundheit - Blog #antibakteriell</description><link>https://www.reformleben.de/blogs/tag/antibakteriell</link><lastBuildDate>Wed, 15 Apr 2026 11:22:14 +0200</lastBuildDate><generator>http://zoho.com/sites/</generator><item><title><![CDATA[KOKUSNUSS - Lebensmittel mit Gesundheitsplus]]></title><link>https://www.reformleben.de/blogs/post/kokusnuss-lebensmittel-mit-gesundheitsplus</link><description><![CDATA[<img align="left" hspace="5" src="https://www.reformleben.de/beiträge/2022/kokosnuss.jpg"/>Auf Südseebildern sind sie oft der Blickfang – die bis zu 30 Metern in die Höhe ragenden, biegsamen Palmen mit großen wedelartigen Blättern. Ihre Früc ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="zpcontent-container blogpost-container "><div data-element-id="elm_qV83I_b_STyTjxtpHpSwYQ" data-element-type="section" class="zpsection "><style type="text/css"></style><div class="zpcontainer-fluid zpcontainer"><div data-element-id="elm_EUeqw19OQqiDuRZV14ztFw" data-element-type="row" class="zprow zprow-container zpalign-items- zpjustify-content- " data-equal-column=""><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_klHurZyETUSoUVBPA30gfQ" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- "><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_j9fEhPHbn9pP-qzPeBw2og" data-element-type="image" class="zpelement zpelem-image "><style> @media (min-width: 992px) { [data-element-id="elm_j9fEhPHbn9pP-qzPeBw2og"] .zpimage-container figure img { width: 540px ; height: 303.75px ; } } </style><div data-caption-color="" data-size-tablet="" data-size-mobile="" data-align="center" data-tablet-image-separate="false" data-mobile-image-separate="false" class="zpimage-container zpimage-align-center zpimage-tablet-align-center zpimage-mobile-align-center zpimage-size-fit zpimage-tablet-fallback-fit zpimage-mobile-fallback-fit hb-lightbox " data-lightbox-options="
                type:fullscreen,
                theme:dark"><figure role="none" class="zpimage-data-ref"><span class="zpimage-anchor" role="link" tabindex="0" aria-label="Open Lightbox" style="cursor:pointer;"><picture><img class="zpimage zpimage-style-none zpimage-space-none " src="/beitr%C3%A4ge/2022/kokosnuss.jpg" size="fit" data-lightbox="true"/></picture></span></figure></div>
</div><div data-element-id="elm_Ao5UKZmQQkmKLqfsfHZn2w" data-element-type="text" class="zpelement zpelem-text "><style></style><div class="zptext zptext-align-left " data-editor="true"><div><p><strong>Auf Südseebildern sind sie oft der Blickfang – die bis zu 30 Metern in die Höhe ragenden, biegsamen Palmen mit großen wedelartigen Blättern.</strong> Ihre Früchte erreichen ein Gewicht von bis zu zwei Kilogramm. Was man hierzulande als Kokosnuss kaufen kann, ist nur der Samen. Im frischen Zustand wird die uns bekannte braune Nuss noch von einer faserigen Hülle und grüner, wasserdichter Haut umgeben.</p><h2>Pflanzenkunde</h2><p>Botanisch gesehen ist es noch nicht einmal eine Nuss, sondern eine Steinfrucht. Zum Wachsen benötigen Kokosnüsse viel Sonne, kontinuierliche Temperaturen über 20 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit – in den Tropen am Wasser. Nicht verwechseln sollte man Kokospalmen und Ölpalmen, aus deren Früchten das umstrittene Palmöl gewonnen wird. Kokosnussplantagen sind im Gegensatz zu Ölpalmenplantagen noch selten. Beim naturnahen Bio-Anbau wachsen Kokosnusspalmen in Mischkulturen. Zudem ist laut der EU-Öko-Verordnung Voraussetzung für eine Bio-Kennzeichnung, dass nicht nur der Anbau ökologisch erfolgen muss, sondern bei der Produktion soziale Voraussetzungen erfüllt sein müssen.</p><p>Lange Zeit kannten europäische Verbraucher und Verbraucherinnen nur zwei Kokosnussprodukte – Kokosraspel für das Weihnachtsgebäck und Kokosfett zum Braten und Frittieren, angeboten in festen Platten. Das ist einerseits schade, andererseits kein so großer Verlust, da zwischen einem solchen Produkt und einem naturbelassenen Kokosöl gewaltige Qualitätsunterschiede bestehen. Konventionelle, geschmacksneutrale Kokosfette werden mit Lösungsmitteln und unter hohen Temperaturen gewonnen. Zum Teil wird dieses Fett im Anschluss an die Raffination noch zusätzlich gehärtet. Dabei entstehen die gesundheitlich bedenklichen Transfettsäuren. Native Kokosöle dagegen stammen aus Kaltpressung und werden nicht verändert.</p><h2>Kaltpressung</h2><p>Wer Wert auf den Erhalt aller im Kokosöl vorhandenen Stoffe in ihrer naturbelassenen Form legt, sollte ein Kokosöl wählen, das bei möglichst niedriger Temperatur gewonnen wurde. Zwischen Kaltpressung und Kaltpressung gibt es noch Unterschiede, da Kaltpressung nur bedeutet, dass bei der Pressung nicht zusätzlich erhitzt wurde. Hohe Temperaturen können auch durch hohen Pressdruck entstehen. Als Qualitätsindikator hat sich der Gehalt an Laurinsäure bewährt. Bei Spitzenprodukten liegt er um 50 Prozent.</p><h2>Mittelkettige Fettsäuren (MCT)</h2><p>Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Laurins%C3%A4ure" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Laurinsäure</a> ist eine mittelkettige gesättigte Fettsäure (MCT), die mit relativ hohem Anteil auch in der Muttermilch vorkommt. Da mittelkettige Fettsäuren wie die Laurinsäure vom Körper leicht und schnell verdaut und in Energie umgewandelt werden können, wird eine Fitness-Ernährung unter Verwendung von Kokosprodukten bei Sportlern immer beliebter. Aber auch Veganer, Vegetarier, Freunde der ayurvedischen Ernährungsweise, der Low-Carb-Ernährung sowie Rohkost-Fans haben Kokosprodukte für sich entdeckt. Die im Kokosöl enthaltenen MCT-Fette benötigen für die Aufnahme durch den Körper keine Fettsäuren spaltenden Enzyme, werden bevorzugt in Energie umgesetzt, wandern also nicht „bereitwillig“ in die Fettdepots.</p><p>Weiterer Pluspunkt der Laurinsäure: Sie besitzt bakterizide und antivirale Eigenschaften. Sie kann bei umhüllten Viren die Lipidhülle zerstören und damit zu ihrem Absterben führen. Die Fettsäuren können mithelfen, das Immunsystem zu stärken und die körpereigenen Abwehrkräfte zu stabilisieren. Erschrecken Sie also nicht, wenn Sie von vielen gesättigten Fettsäuren in Kokosöl hören. Sie sind besser als ihr Ruf und die gesättigte Fettsäure Laurinsäure hat es sogar im positiven Sinne in sich. Der Verzehr von Kokosöl ist ideal, wenn anschließend Aktivitäten oder Sport geplant sind. Ungesättigte Fettsäuren, die oftmals empfohlen werden, sind insbesondere vor Ruhephasen sinnvoll. Dabei gilt es, die Omega-3-Fettsäuren nicht zu vernachlässigen. Omega-6-Fettsäuren, die in vielen Pflanzen dominieren, werden zwar gebraucht, fördern aber im Übermaß Entzündungen, während Omega-3-Fettsäuren diese dämpfen. Deshalb gehört beispielsweise das Leinöl zum Basisprogramm und Fisch gilt als gesünder als Fleisch.</p><h2>Kokosraspeln</h2><p>Doch zurück zur Kokosnuss. Kokosraspeln beispielsweise haben einen günstigen glykämischen Index – ca. 20. Was heißt das? Um den unterschiedlichen Einfluss kohlenhydrathaltiger Lebensmittel auf den Blutzucker und Insulinspiegel zu klassifizieren, wurde der Begriff Glykämischer Index (GI) eingeführt. Nach WHO-Richtlinien wird er an stoffwechselgesunden Probanden bestimmt. Dabei wird die Dauer und Höhe des Blutzuckeranstiegs nach Verzehr von 50 Gramm Glukose (Traubenzucker) als Referenzwert (100) genommen. Damit sagt ein GI von 50 aus, dass nach Verzehr von 50 Gramm Kohlenhydraten dieses Lebensmittels der Anstieg des Blutzuckerspiegels nur halb so groß ist wie nach dem Verzehr von Traubenzucker. Ein hoher GI korreliert in der Regel mit einer hohen Insulinausschüttung und einer Hemmung des Fettstoffwechsels. Ein GI bis zu 50 gilt als niedrig, von über 50 bis 70 als mittlerer GI, und ein Wert von über 70 als ein hoher GI.</p><p>Die Darstellung sollte dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen. Das Gehirn eines Menschen, der nicht fettadaptiert ist, braucht eine Zeit, um mit Ketonen genauso gut und „schnell“ zu arbeiten. Wir verfestigen die Vorstellung der Körper brauche die ständige Zufuhr von exogenen Kohlenhydraten. Diese Vorstellung leistet Krankheiten – dem metabolischen Syndrom – Vorschub. Das wollen wir nicht. Gegen den Konsum von unverarbeiteten Lebensmitteln mit Kohlenhydraten in persönlich verträglicher Menge ist nichts einzuwenden. Genauer nachlesen lässt sich dies in dem unten empfohlenen Buch.</p><p>Mit unseren Rezepten fällt es sicherlich nicht schwer, Kokosnussprodukte häufiger auf dem Tisch zu haben.</p></div></div>
</div></div><div data-element-id="elm_ob2acFu4BfYgllv3XgLT6Q" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- zpdefault-section zpdefault-section-bg "><style type="text/css"></style></div>
</div></div></div></div> ]]></content:encoded><pubDate>Tue, 15 Feb 2022 08:47:56 +0100</pubDate></item><item><title><![CDATA[Salbei: Ein Kraut - viele Wirkungen]]></title><link>https://www.reformleben.de/blogs/post/salbei</link><description><![CDATA[Es gibt etwa 900 Arten der Gattung Salvia. In Reformhäusern werden Produkte aus dem ›Echten Salbei‹ (Salvia offi cinalis) angeboten, der auch Gartensa ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="zpcontent-container blogpost-container "><div data-element-id="elm_BPrnjnR1Skmt7ypmgM1h8A" data-element-type="section" class="zpsection "><style type="text/css"></style><div class="zpcontainer-fluid zpcontainer"><div data-element-id="elm_VirODZKDRDiIL5NNfoVB5w" data-element-type="row" class="zprow zprow-container zpalign-items- zpjustify-content- " data-equal-column=""><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_Wcsr-50TQG-9-x5obrAbGw" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- "><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_IGkvlfNqQhqXnba5HbZQUg" data-element-type="text" class="zpelement zpelem-text "><style></style><div class="zptext zptext-align-left " data-editor="true"><div><p><strong>Es gibt etwa 900 Arten der Gattung Salvia. In Reformhäusern werden Produkte aus dem ›Echten Salbei‹ (Salvia offi cinalis) angeboten, der auch Gartensalbei, Küchensalbei oder Heilsalbei genannt wird. </strong></p><p>Der Name ›Salvia‹ leitet sich vom Lateinischen ›salvare‹ ab und bedeutet heilen. Bereits in der Enzyklopädie Naturalis historia (Naturgeschichte) des römischen Gelehrten Gaius Plinius Secundus (23/24–79) und in der materia medica des griechischen Arztes Pedanios Dioskurides (um 1. Jh.) wird Salbei namentlich als harntreibendes und blutstillendes Mittel erwähnt, das das Haar schwarz färbe und das als Abkochung das Jucken an den Genitalien mildere. </p><p>Der Mediziner Leonhard Fuchs (1501–1566) berichtete in seinem Kräuterbuch von 1543 Weiteres über die mittelalterliche Anwendung des Salbeis: So zeigt Salbei nach Fuchs heilende Kräfte bei Wunden oder Bissen von giftigen Tieren, wirkt menstruationsfördernd und hustenstillend. Auch soll er die Rote Ruhr (Dysenterie/ bakterielle Enteritis) heilen. </p><p>Er bestätigt die bei Plinius und Dioskurides genannten Wirkungen. Heute ist nachgewiesen, dass Salbei entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, adstringierend, krampflösend und schweißhemmend wirkt. Salbeizubereitungen werden deswegen bei Entzündungen am Zahnfleisch bzw. im Mund oder Rachen, bei hoher Schweißabsonderung oder Verdauungsbeschwerden angewendet. </p><p>Allerdings enthält Salbei ätherisches Öl mit einem hohen Thujon-Anteil, das Fehlgeburten auslösen kann. Schwangere sollten Salbei daher vorsichtshalber nicht zu sich nehmen, weder als ätherisches Öl, Extrakt, Tee, Lutschbonbon oder Zutat zu Speisen. Wird Salbei über einen sehr langen Zeitraum konsumiert, kann er zudem toxisch wirken und Hitzewallungen, Krämpfe oder Schwindel auslösen.</p></div></div>
</div></div><div data-element-id="elm_RYmmcXnHWbN9_NTrj8UJhg" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- zpdefault-section zpdefault-section-bg "><style type="text/css"></style></div>
</div></div></div></div> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 01 Sep 2016 00:00:11 +0200</pubDate></item><item><title><![CDATA[Pfefferminzblätter - Menthae piperitae folium]]></title><link>https://www.reformleben.de/blogs/post/pfefferminzblaetter</link><description><![CDATA[»Wenn aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze Samt und sonders zu nennen vermöchte, so müsste er gleich auch Wissen, wie viele Fische im Rote ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="zpcontent-container blogpost-container "><div data-element-id="elm_7LBcosmSRwK2jklwnfsmJw" data-element-type="section" class="zpsection "><style type="text/css"></style><div class="zpcontainer-fluid zpcontainer"><div data-element-id="elm_BvRYpabtRYSDypMs4jdOJQ" data-element-type="row" class="zprow zprow-container zpalign-items- zpjustify-content- " data-equal-column=""><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_NLXup57sSRil_V9iamhBBw" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- "><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_6woMFSozQlqXIsIh27vRoA" data-element-type="text" class="zpelement zpelem-text "><style></style><div class="zptext zptext-align-left " data-editor="true"><div><blockquote class="wp-block-quote has-text-align-right"><p class="has-text-align-center">»Wenn aber einer die Kräfte und Arten und<br/>Namen der Minze Samt und sonders zu<br/>nennen vermöchte, so müsste er gleich<br/>auch Wissen, wie viele Fische im Roten<br/>Meere wohl schwimmen«</p><cite>Walahfried Strabo, ‘Hortulus’ um 840</cite></blockquote><p><strong>Die Minze gehört zur Familie der Lippenblütler, die etwa 30 Arten umfasst. Sie neigt dazu, sich mit anderen Arten derselben Gattung zu kreuzen. Die Pfefferminze ist eine derartige Kreuzung aus der Wasser- (Mentha aquatica) und der Krauseminze (Mentha spicata).</strong></p><h2>Geschichte</h2><p>Erst 1696 entdeckte der britische Theologe, Altphilologe und Naturforscher John Ray (1627–1705) – auch als Vater der englischen Botanik bezeichnet – die Pfefferminze in der englischen Grafschaft Herfordshire. Der pfefferartige scharfe Geschmack gab ihr den Artnamen ›piperita‹. Das ›Peppermint‹- Exemplar von Ray bewahrt das Britische Museum in London sogar noch auf. Man begann schließlich um 1750 in Mitcham, einem seinerzeitigen Vorort von London, den erwerbsmäßigen Anbau und die Verbreitung der Pfefferminze. </p><p>Die Mitcham-Pfefferminze ist eine in Europa heute noch hoch geschätzte Sorte. Sie gehört zur Klasse der dunkelgrünen Minzen, der ›black mint‹.&nbsp;Der Minzanbau hatte zu Anfang des 20. Jh. in Deutschland floriert, wurde jedoch, als der Arzneikräuter- und Gewürzmarkt für ausländische Waren in den 1950er Jahren geöffnet wurde, stark zurückgedrängt. Billigimporte und steigende Löhne führten schließlich dazu, dass sich der Minzanbau nicht mehr rentierte. </p><h2>Anbau in Deutschland</h2><p>Neben anderen kleinen Gebieten in Deutschland wird jedoch noch in der Gemeinde Eichenau bei München vor allem die Mitcham-Pfefferminze kleinflächig angebaut. Dort befindet sich seit 1986 das einzige Pfefferminzmuseum Deutschlands. In den Räumen der ehemaligen Gemeindebibliothek erfährt der Besucher Wissenswertes über Anbau, Ernte und Trocknung sowie über die Heilkraft bis hin zur Geschichte der Minze. </p><h2>Namensherkunft und Mythologie</h2><p>Wie etwa, dass der Name ›Mentha‹ auf die Nymphe Minthe zurückgeht, die vom Unterweltgott Hades verehrt wurde. Seine eifersüchtige Frau Persephone zerriß Minthe daraufhin in Stücke, die Hades auf einem sonnigen Berg verteilte. Daraus wuchsen Minzen hervor. In der griechischen Mythologie soll die Minze auch Hekate, die Göttin der Magie, der Hexen aber auch Schutzherrin von Hebammen gewesen sein, weshalb sie in Zaubertränken und Heilmitteln oft Verwendung findet. </p><p>In der griechisch-römischen Antike nutzte man sie nachweislich in der Heilkunst zur Förderung der Verdauung und Menstruation sowie äußerlich gegen Hautkrankheiten. Die wilde Minze diente zudem als Abortivum. Die Griechen und Römer sollen ferner den Fußboden mit Minzblättern bestreut haben, um die Esslust der Gäste anzuregen. Das Einreiben der Tische mit Minze sollte zudem die ›Fleischeslust‹ anregen.</p><h2>Antike</h2><p>Bei Trinkgelagen, so berichtete es der römische Gelehrte Gaius Plinius Secundus (23/24–79), sollen Römer und Griechen Kränze aus Minze um den Kopf getragen haben, um einem Kater vorzubeugen. Nach der Vorstellung der Alten Ägypter hatte die Minze als aromatisch duftende Pflanze regenerative Wirkung und dürfte somit in der Heilkunde der pharaonischen Ärzte nicht gefehlt haben. In einem thebanischen Grab lagen auf einer Mumie Minz-Zweige, deren Art allerdings nicht bestimmt werden konnte, da die Blüten fehlten. </p><p>Heute nutzt man in Ägypten das Kraut als Zusatz in heißen Bädern bei Hauterkrankungen und den Tee bei Störungen des Magen-Darm-Traktes. Dort wachsen zwei Sorten entlang des Nils und den Oasen: die Rossminze (Mentha longifolia) und Polei-Minze (Mentha pulegium). Die Pfefferminze wird zudem in großem Umfang seit der neueren Zeit in Ägypten künstlich angebaut. Aus dem Mittelalter wissen wir Folgendes über die Vielfältigkeit der Minzarten und deren Anwendung. </p><h2>Mittelalter</h2><p>Der Botaniker und Abt des Benediktinerklosters in Reichenau Walahfried Strabo (808/09–849) verfasste um 840 eines der bedeutendsten botanischen Werke des Mittelalters, nämlich das Buch über die Gartenpflege in Form eines Lehrgedichtes, den ›Hortulus‹. In diesem beschrieb er 24 Heilpflanzen sowie deren Anwendungsmöglichkeiten in Versform; darunter befindet sich neben Salbei, Wermut, Fenchel, Schlafmohn, Melone oder Lilie auch die Minze wieder, über die er schreibt: </p><blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left"><p>»Nimmer fehle mir auch ein Vorrat gewöhnlicher Minze, / So verschieden nach Sorten und Arten, nach Farben und Kräften. / Eine nützliche Art soll die rauhe Stimme, so sagt man, / Wieder zu klarem Klang zurückzuführen vermögen, / Wenn ein Kranker, den häufige Heiserkeit quälend belästigt, / Trinkend einnimmt als Tee ihren Saft mit nüchternem Magen« Neben der Minze widmete sich Strabo zudem der Polei-Minze sowie der Katzenminze. Über die Polei-Minze schrieb er: »Glaube mir, Freund, die Minze Polei, gekocht, wird dir heilen, Sei es als Trank oder Umschlag, den stockenden Gang der Verdauung .«</p><cite>Walahfried Strabo (808/09–849), Hortulus</cite></blockquote><p>Über die Katzenminze wusste er: </p><blockquote class="wp-block-quote"><p>»Denn mit dem Öl der Rose vermischt, gibt der Saft eine Salbe, / Die, wie man sagt, vermöge die Schrammen verwundeten Fleisches / Und die entstellenden Spuren der eben verheilenden Narben / Gänzlich zu tilgen, der Haut ihre frühere Schönheit zu geben .« </p><cite>Walahfried Strabo (808/09–849), Hortulus</cite></blockquote><h2>Hildegard von Bingen</h2><p>Die Heilige und Universalgelehrte Hildegard von Bingen (1098–1179) beschäftigte sich in ihrem Werk ›Physica‹ gleich in mehreren Kapiteln der Minze. Die Wasserminze (Mentha aquatica) nutzte sie für Erkrankungen der Atemwege, die Rossminze (Mentha longifolia) bei Krätze, die Ackerminze (Mentha arvensis) bei Magenbeschwerden und die Krauseminze (Mentha spicata) bei Darmerkrankungen. </p><p>Doch nicht nur Gelehrte wie Ärzte oder Botaniker wussten um die Heilkraft der Minze, so hielten Seefahrer mit ihr das Trinkwasser frisch und nutzten sie zusammen mit Ingwer gegen die Seekrankheit. </p><p>Obwohl ihre Geschichte erst jung ist, gehört die Pfefferminze zu den beliebtesten Heilpflanzen. Sie enthält ätherisches Öl (mit der Hauptkomponente Menthol), Flavonoide, Gerbstoffe und Bitterstoffe. </p><h2>Pfefferminztee</h2><p>Als Teegetränk oder ätherisches Öl findet das ›Bauchwehkraut‹ Anwendung bei Magen-, Darm- und Gallebeschwerden. Die Pfefferminze wirkt nicht nur krampflösend, antibakteriell und antiviral, sondern zudem sekretlösend und kühlend. In Mundwasser hat sie antiseptische sowie antifermative Eigenschaften. Und so ist die Minze aufgrund ihrer Nützlichkeit in der Pflanzenheilkunde vom ›Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde‹ an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2004 erklärt worden. </p><p>Das Trinken von Pfefferminztee kann über einen längeren Zeitraum bedenkenlos erfolgen. Die Anwendung von Pfefferminzöl ist allerdings nicht unbedenklich. Als Nebenwirkungen sind Ausschläge, Kopfschmerzen oder Durchfall zu nennen. Überdosen des Öls können sogar zu Nephritis und akutem Nierenversagen führen. </p><p>Bei Säuglingen und Kleinkindern ist Pfefferminzöl als Anwendung im Bereich der Atmungsorgane aufgrund des Risikos des Glottiskrampfes und Atemstillstandes kontraindiziert. Neben dem Einsatz als Heilmittel nutzt man die Pfefferminze gern zur Aromatisierung von Kaugummi, Bonbons, Schokolade oder Eis. In der Küche ist sie als Zutat in Speisen oder Getränken ebenfalls nicht mehr wegzudenken.</p></div></div>
</div></div><div data-element-id="elm_2Qb3aEaTf_GhzgffUFpr_Q" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- zpdefault-section zpdefault-section-bg "><style type="text/css"></style></div>
</div></div></div></div> ]]></content:encoded><pubDate>Fri, 01 Jul 2016 00:00:09 +0200</pubDate></item><item><title><![CDATA[Birkenblätter - Betulae folium]]></title><link>https://www.reformleben.de/blogs/post/birkenblaetter-betulae-folium</link><description><![CDATA[»Die Birke gilt als Baum des Lebens, der Fruchtbarkeit sowie der Weisheit und steht für den Anfang bzw. Neubeginn. « Als Sinnbild des Frühlings und der wi ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="zpcontent-container blogpost-container "><div data-element-id="elm_JYr0VbdaQIaHkksL-Ct-Hw" data-element-type="section" class="zpsection "><style type="text/css"></style><div class="zpcontainer-fluid zpcontainer"><div data-element-id="elm_C3T-7TF_SIix7g6KXDSIsw" data-element-type="row" class="zprow zprow-container zpalign-items- zpjustify-content- " data-equal-column=""><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_nZgEU6RJRiyOKyaDaNwlgw" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- "><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm__rN8m1thSFihTSNxNGt-Fw" data-element-type="text" class="zpelement zpelem-text "><style></style><div class="zptext zptext-align-left " data-editor="true"><div><blockquote class="wp-block-quote"><p class="has-text-align-center"><em>»Die Birke gilt als Baum des Lebens, der<br/>Fruchtbarkeit sowie der Weisheit und<br/>steht für den Anfang bzw. Neubeginn.</em><em>«</em></p></blockquote><p><strong>Als Sinnbild des Frühlings und der wiedererwachenden Natur läutet sie das landwirtschaftliche Jahr ein. Beim Mai-Baum, der in Mittel- und Nordeuropa am 1. Mai oder am Vorabend zum Dorffest aufgestellt wird und um den junge Leute tanzen, handelt es sich je nach Region um eine geschmückte Birke. </strong></p><h2>Baum des Schutzes</h2><p>Sie steht aber auch für den Beginn einer neuen Liebe und so sollen verliebte junge Männer zur Maienzeit bereits in vorchristlichen Zeiten grüne Birkenzweige bzw. kleine geschmückte Birkenbäume vor das Haus der Angebeteten platziert haben. Zu Ehren der Liebesgöttin Freya, begrub man früher sogar den Mutterkuchen nach der Geburt eines Kindes als Dankesopfer unter einer Birke und darüber hinaus sollte die Wiege des Neugeborenen aus Birkenholz geschnitzt worden sein. Die Birke gilt jedoch auch als Baum des Schutzes. </p><p>Besonders im ländlichen Raum pflanzte man Birken nämlich als Straßenmarkierungen zum Unfallschutz an wenig beleuchteten und stark befahrenen Straßen, da die helle Rinde der Birken bei Dunkelheit gut sichtbar ist.&nbsp;Bereits in der Steinzeit hatten Menschen die Birke genutzt, indem sie Pfeilspitzen mit Birkenteer am Schaft befestigten und Schuhe oder Behälter aus Birkenrinde – die wasserundurchlässig und damit vor Verwesung und Fäulnis geschützt ist – schnitzten, so auch der Steinzeitmensch ‘Ötzi’, der 1991 in einer Gletscherspalte in den Ötztaler Alpen gefunden worden ist und ursprünglich aus der Jungsteinzeit bzw. Kupfernsteinzeit stammte. </p><h2>Gletschermumie &quot;Ötzi&quot;</h2><p>Die Gletschermumie Ötzi trug neben einem Birkenrindenbehälter auch sogenannte Birkenporlinge bei sich; dabei handelt es sich um einen auf Birken wachsenden Pilz (Piptoporus betulinus), der nicht nur entzündungshemmende und damit wundheilende Eigenschaften, sondern als Aufguss zudem eine desinfizierende Wirkung bei Würmern aufweist. Des Weiteren fand man in seinen Taschen das Mineral Pyrit und ‘Zunder’. Der auf Birken wachsende Zunderschwamm (Fomes fomentarius) eignet sich zum Feuer machen und hatte in Kombination mit Pyrit die Funktion eines steinzeitlichen Feuerzeugs. </p><p>Später nutzten Heiler diesen Schwamm als Brennkegel in der ‘Moxibustion’ (Erwärmung von speziellen Punkten des Körpers aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und weiterentwickelt im japanischen Raum), um kleine Stückchen davon auf schmerzenden Stellen abzubrennen. Die Heilige und Universalgelehrte Hildegard von Bingen (1098 –1179) griff auf diese Methode zurück und empfahl Brennkegel aus Birkenrinde bei Rücken-, Glieder sowie Eingeweideschmerzen, um Gifte bzw. Krankheiten aus den Brandwunden auszuleiten. Diese ‘Moxa-Therapie’ wird heute noch mit Kegeln, Hütchen oder Zigarren allerdings aus Beifuß durchgeführt. </p><h2>Tabernaemontanus</h2><p>Der Botaniker und Mediziner Jacob Theodor (1522–1590), genannt Tabernaemontanus, schrieb in seinem 1588 erstmalig erschienenen Kräuterbuch ‘Neuw Kreuterbuch’ über die Heilkraft der Birke Folgendes (hier in der Fassung von 1731) : </p><blockquote class="wp-block-quote"><p>„Im Anfang des Lentzen reißt man die Rinden mit einem Messer auf / so fleußt ein süsses Wasser darauss / welches gut soll seyn / den Stein der&nbsp;Nieren und Blasen zu brechen und auszutreiben / wann man darvon trincket Gemeldtes Wasser / (so aus diesem Safft distilliert wird /) wird auch sehr gebraucht / die Flecken und Zittermähler darmit zu vertilgen / ist auch gut wider die Fäule des Mundes / (so man den Mund darmit aussschwencket / wird auch als eine gute Reinigung und Heylung der Wunden gehalten / solches thut auch das Wasser aus dem grünen Laub gebrandt. Etliche schlechte Leuth lassen diß Laub sieden in einem Wasser / und baden darinnen für die Räude.) Es haben die Alten diese weisse Rinde gar sehr an statt des Papeyrs gebraucht / und darauf geschrieben.“ </p></blockquote><p>Er kannte also nicht nur die arzneiliche Wirkung, sondern auch den Gebrauch von Birkenrinde als Papiervorläufer. Infolge Papiermangels nutzten Soldaten im Ersten Weltkrieg für das Verfassen von Feldpostkarten Birkenrinde sogar wieder als Papierersatz. </p><h2>Birkenblättertee</h2><p>Noch heute findet Birkenblättertee – neben Brennnesselkraut oder Ackerschachtelhalm – Anwendung in der Durchspülungstherapie bei Blasen- und Nierenerkrankungen, Nierensteinen und Nierengries, wobei die Wasserdiurese Resultat einer verstärkten Nierendurchblutung ist. Eine heilende Wirkung ist ferner bei Rheuma und Gicht überliefert, da entzündungshemmende Substanzen ausgeschwemmt werden können. </p><h2>Birkensaft</h2><p>Der bei Tabernaemontanus erwähnte Birkensaft wird heutzutage vor allem noch in Osteuropa mittels ‘Abzapfen’, also dem Anbohren der Rinde, im Frühjahr gewonnen und gegen Rheuma sowie Gicht angewendet. Der traditionelle Gebrauch des Birkensaftes als Haarwuchsmittel in Form von Haarwasser ist wissenschaftlich hingegen nicht bewiesen. Als Hauptinhaltsstoffe sind Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe und wenig ätherische Öle zu nennen. Das in der Birkenrinde enthaltende Betulin fördert die Wundreinigung, wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. </p><p>Es wird daher in speziellen Hautpflegeprodukten in Apotheken angeboten. Dort findet man wie auch im Reformhaus weitere Körperpflegeprodukte mit Birkenblätterextrakt (Hautöle, Haarwaschmittel etc.) sowie den innerlich anzuwendenden Birkenblättertee, Birkensaft und sogar Birkenzucker als kalorienarmer Zuckeraustauschstoff. Da die Pollen der Birke jedoch ein hochallergenes Potential aufweisen, sollen Personen mit einer Birkenpollenallergie diese Produkte jedoch meiden, ebenso – aufgrund der ausschwemmenden Wirkung – Menschen mit Herzschwäche oder Niereninsuffizienz.</p></div></div>
</div></div><div data-element-id="elm_vQaAVi_SH_3ir1vzW4RGkA" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- zpdefault-section zpdefault-section-bg "><style type="text/css"></style></div>
</div></div></div></div> ]]></content:encoded><pubDate>Sun, 01 Nov 2015 00:00:41 +0100</pubDate></item><item><title><![CDATA[Kamillenblüten - Matricariae flos]]></title><link>https://www.reformleben.de/blogs/post/kamillenblueten</link><description><![CDATA[»Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen, verlieh der Schöpfer den Kamillen. Sie blühn und warten unverzagt auf jemand, den das Bauchweh plagt.« Die Anwendu ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="zpcontent-container blogpost-container "><div data-element-id="elm_8eCCH3-lQs6ToJYCFpCXVw" data-element-type="section" class="zpsection "><style type="text/css"></style><div class="zpcontainer-fluid zpcontainer"><div data-element-id="elm_VFC3riTcQr63ez-982EY_g" data-element-type="row" class="zprow zprow-container zpalign-items- zpjustify-content- " data-equal-column=""><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_NSh1QDnSRUGSTGcMlvr8Xw" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- "><style type="text/css"></style><div data-element-id="elm_uZXkYpOKSTSWJPGPnyvA5w" data-element-type="text" class="zpelement zpelem-text "><style></style><div class="zptext zptext-align-left " data-editor="true"><div><blockquote class="wp-block-quote"><p class="has-text-align-center"><em>»Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen,</em><br/><em>verlieh der Schöpfer den Kamillen.</em><br/><em>Sie blühn und warten unverzagt</em><br/><em>auf jemand, den das Bauchweh plagt.«</em></p></blockquote><p>Die Anwendung von Kamillenblüten bei gesundheitlichen Beschwerden ist seit dem Altertum bekannt und findet sich bspw. in der materia medica des griechischen Arztes Pedanios Dioskurides (um 1.Jh.) und in der Naturgeschichte des römischen Gelehrten Gaius Plinius Secundus (23/24 –79), der der Pflanze einen apfelähnlichen Geruch und daher neben anderen den Namen ‘chamaemelon’ (griech. chamai = auf der Erde, melon = Apfel) zuschreibt. </p><h2>Mutterkraut</h2><p>Kamille kam früher als ‘Mutterkraut’ zum Waschen und Reinigen von Frau und Kind nach der Entbindung zur Anwendung. Es gehörte zudem wie bspw. Majoran, Weidenröschen, Waldmeister, Thymian, Labkraut oder Johanniskraut als ‘Freya’s Bettstroh’ in die Matratze bzw. Kissen einer Wöchnerin, um Infektionen zu vermeiden. Unter dem Namen ‘Krottenkraut’ (Krötenkraut) sammelten Frauen des Mittelalters Kamille, um sich vor Mißgeburten zu schützen. Denn dem Verständnis des mittelalterlichen Menschen zufolge, war die ‘Krott’ verantwortlich für Mißgeburten, sodass die Kröte zum Symbol einer kranken Gebärmutter wurde. </p><p>Zum Schutz gegen Mißgeburten oder Heilung einer kranken Gebärmutter sollten Frauen Krötenkräuter (Löwenzahn, Kamille oder Nabelkraut) sammeln oder Krötenbilder in der Kirche opfern. Im ‘Contrafayt Kreüterbuch’ des Mediziners und Botanikers Otto Brunfels (1488 –1534) ist weiterhin über die Kamille zu lesen : »Chamillenblümen getruncken / oder darinn gebadet / treibet den frawen ire zeit / die geburt / harn / und stein. Getruncken zerteilet die geschwulst des magens Wunden und schaden damit geweschen heylet sye « </p><h2>Menstruationsbeschwerden</h2><p>Das heißt, dass im Mittelalter Kamillenblütentee die Menstruation aber auch (vor allem in hohen Dosen) die Geburt auslösen, die Harnbildung fördern und bei Steinleiden helfen konnte. Die Therapie von Magengeschwür oder Wunden mit Kamille finden wir heute noch in der modernen Phytotherapie, ebenso die krampflösenden Eigenschaften bei Menstruationsbeschwerden. </p><p>Im mitteleuropäischen Raum wird zumeist die ‘Echte Kamille’ verwendet, wohingegen in anderen Ländern oftmals die ‘Römische Kamille’ mit größeren Blütenköpfen zur Anwendung kommt. Die Blütenköpfe der echten Kamille haben – was sich gut als Unterscheidungsmerkmal eignet – im Gegensatz zur allergen wirkenden Hundskamille einen hohlen Blütenboden. </p><h2>Inhaltsstoffe</h2><p>Das ätherische Öl der Kamille beinhaltet Bisabolol und das dunkelblau gefärbte Chamazulen, das in der Pflanze zwar nur in geringen Mengen vorkommt, aber mittels Wasserdampfdestillation aus der farblosen Vorstufe Matricin entsteht. Des Weiteren sind Flavonoide und Schleimstoffe vorhanden – erstere werden für die spasmolytische Wirkung verantwortlich gemacht. Chamazulen, Bisabolol und die Flavonoide haben entzündungshemmende Eigenschaften. Wie beim Johanniskraut gelten am Johannistag (24. Juni) gesammelte Kamillen als besonders heilkräftig. Die Kamille genießt daher ein hohes Ansehen im Volke, so heißt es in der Gegend von Neustadt am Rübenberge (Provinz Hannover): „Vör’n Kamillenkoppe mut’n de Mützen afnehmen“ – man müsse also vor der Kamille den Hut abnehmen. </p><h2>Antibakteriell, krampflösend und wundheilend</h2><p>Kamille wirkt jedoch nicht nur entzündungshemmend sowie krampflösend und damit wundheilend und entblähend, sondern zudem antibakteriell, fungizid und schmerzstillend. Kamillentee wird bei akuten und chronischen Entzündungen der Magenschleimhaut angewendet und soll sogar bei Magengeschwür unterstützend wirksam sein. Des Weiteren kann Kamillentee bei Magen-Darm Beschwerden, Magenkrämpfen, Unterleibskrämpfen oder Schlafstörungen eingesetzt werden. Äußerlich eignet sich der Tee zum Gurgeln bei Mund und Rachenentzündungen, zu Spülungen oder Umschlägen bei schlecht heilenden Wunden und als Sitzbäder bei Reizungen im Anal- oder Vaginalbereich. Kamillendampfbäder lindern erkältungsbedingten Schnupfen. </p><h2>Gegenanzeige</h2><p>Die Pflanze darf allerdings nicht bei Augenentzündungen verwendet werden, da sie augenreizend ist und für Personen, die allergisch auf Korbblütler wie bspw. Arnika, Ringelblume, Wermut oder Sonnenblume reagieren, ist die Kamille als weiterer Vertreter der Korbblütler ebenfalls tabu. Da immer mehr Menschen auf Kamille allergisch reagieren wird diskutiert, ob der Anbau in Monokulturen, bei dem oftmals Pestizide zum Einsatz kommen, dafür verantwortlich ist. Es ist daher ratsam, Kamillenblütentee nur aus kontrolliert-biologischem Anbau über die Reformhäuser oder Apotheken zu beziehen.</p></div></div>
</div></div><div data-element-id="elm_uzpzs0vHaqAVw34cEaTrNQ" data-element-type="column" class="zpelem-col zpcol-12 zpcol-md-6 zpcol-sm-12 zpalign-self- zpdefault-section zpdefault-section-bg "><style type="text/css"></style></div>
</div></div></div></div> ]]></content:encoded><pubDate>Wed, 01 Jul 2015 00:00:12 +0200</pubDate></item></channel></rss>